Datum/Zeit
13.04.2016
20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Pastor Könn Aula


Frank Martin (u.a.)

Die Auseinandersetzung mit Fragen nach den letzten Dingen zieht sich nicht zuletzt seit der Romantik wie ein roter Faden durch die Topoi des Liedschaffens verschiedener Komponisten. Im Widerspruch zur Skepsis der Aufklärung besannen sich Dichter und Komponisten auf metaphysische und religiöse Symbole und Gedanken.
Ein solches zentrales Motiv in Dichtung, Musik und Malerei ist der Mond. Rückbesinnend auf Kirchenlehrer wie Ambrosius und Augustinus wird der Mond nicht nur als Symbol der Nacht, sondern – der aus vorheriger Finsternis aufsteigende Mond– als Symbol für den auferstandenen Christus gesehen. In Gemälden von Friedrich Schinkel und Caspar David Friedrich ist dieser Bezug augenfällig; in der Musik widerspiegelt sich dieser Gedanke in SCHUMANNS Vertonung von Eichendorffs berühmter „MONDNACHT“.
Der erste Teil des Liederabends widmet sich dem Mond und seiner Ausdeutung in den verschiedenen Formen. Zu hören ist als Erstaufführung eine neubearbeitete Baritonfassung des Liederzyklus „MONDLIEDER“ des Wuppertaler Komponisten LUTZ-WERNER HESSE. Schumanns Mondnacht wird eingefasst durch zwei verschieden Fassungen FRANZ SCHUBERTS von Goethes Gedicht „AN DEN MOND“.
Auf der Suche nach einem Text für einen Liederzyklus stieß der Schweizer Komponist FRANK MARTIN auf Hugo von Hofmannsthals Theaterstück „Jedermann“. Ihn bewegte die Frage, wie der sündige Mensch die Gnade Gottes erlangen kann. Dazu wählte er SECHS MONOLOGE DES JEDERMANN aus, die einen psychologischen Prozess beschreiben, vom Schrecken vor dem Tod bis hin zur Reue und der Bitte um Vergebung. Im 6. Monolog erkennt er, dass diese Reue ihm das Tor zum Himmel öffnen wird. Es folgt ein außergewöhnlicher Zyklus religiöser Lieder von RALPH VAUGHAN-WILLIAMS. Bezeichnete sich Vaughan-Williams selbst als Agnostiker, so fand er doch in dem elisabethanischen Priester und Dichter George Herbert einen Gleichgesinnten. Im Zentrum der „FIVE MYSTICAL SONGS“ (hier in der Fassung für Klavier und Bariton) steht die Auseinandersetzung des Menschen mit dem österlichen Geheimnis. Der Zyklus endet mit einem hymnischen Lied auf die Osterfreude.

THILO DAHLMANN, BASSBARITON
Nach seinem Gesangsstudium an der Essener Folkwang-Hochschule, wo er 2007 sein Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte, war der Bassbariton Thilo Dahlmann Mitglied des Internationalen Opernstudios des Zürcher Opernhauses. Beim Landesgesangswettbewerb Nordrhein-Westfalen wurde er mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2013 wurde ihm der Liedpreis des Kultusministeriums Schleswig-Holstein sowie der Nikolaus Bruhns-Sängerpreis verliehen.
Vor allem ist Thilo Dahlmann jedoch als Konzert- und Liedsänger tätig. Rundfunk-, CD- und DVD-Aufnahmen ergänzen seine künstlerische Tätigkeit; zuletzt erschien eine Solo-Debüt CD mit Schubert Liedern, begleitet von Charles Spencer am Klavier.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Thilo Dahlmann Dozent für Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal.

HEDAYET DJEDDIKAR, KLAVIER
Der Pianist Hedayet Jonas Djeddikar studierte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt mit einem Aufbaustudium für Liedgestaltung und Kammermusik. Bei Liedwettbewerben wurde er mehrfach ausgezeichnet; er ist offizieller Begleiter des Int. Johannes Brahms-Liedwettbewerbs in Pörtschach und des Int. Hilde Zadek-Wettbewerbs in Wien.
Als Dozent für Liedgestaltung und Korrepetition unterrichtet er an den Musikhochschulen Frankfurt, Düsseldorf und Mainz. Rundfunkaufnahmen entstanden bei verschiedenen Sendern, u.a. beim Bayerischen Rundfunk, beim SWR, beim ORF und beim Schweizer DRS 2.
Konzertreisen für das Goethe-Institut führten ihn nach Lateinamerika und Russland.
Eine Gesamtaufnahme der Lieder Clara Schumanns für das Label Naxos ist 2009 erschienen.

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