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Datum/Zeit
14.04.2019
16:00 Uhr

Veranstaltungsort
St. Ursula


Musik des Mittelalters zur Passionszeit von Frauenlob, Hildegard von Bingen, Jehan de Neuvile, Walther von der Vogelweide, u.a.
Mit dem Duo Maria Jonas (Gesang) und Bassem Hawar (Djoze)

Das Ausdruck Leich begegnet uns in mittelhochdeutschen Dichtungen im Sinne von „Gesangsstück mit Instrumentalbegleitung“. Er gehört neben dem Minnesang und der Sangspruchdichtung zu den drei Haupttypen der Lieddichting des Mittelalters.

Lediglich Frauenlob (Heinrich von Meissen, 1250-1318) komponierte zwei Leichs, einer zu Ehren der Mariens, den anderen dem Kreuz gewidmet. Beide widmen sich dem Thema:„Minne und Welt“, das Verhältnis von ewiger Liebe zur endlichen, irdischen Welt.

Unabhängig des zentralen Gedankens der Erlösung setzt sich die Hälfte der zweiundzwanzig Strophen des Kreuzleichs aus Themen der Dreifaltigkeit als auch der Unschuld zusammen. Der Lobpreis des Kreuzes beruft sich auf die grundlegende Einigung vom Niedergang und der Erlösung. Frauenlob bezieht sich dabei auf die Legende von Adam, welcher seinen Sohn Seth vom Sterbebett aus losschickt, um einen Ast vom Paradiesbaum zur Heilung zu holen. Seth kommt zu spät zurück und pflanzt den Spross auf das Grab seines Vaters, wo er zu einem mächtigen Baum emporwächst und später erst als Torpfosten in Salomons Tempel, dann als das eigentliche heilige Kreuz dient. Folglich ist der Baum des Lebens wie auch der Baum des Lebens körperlich und symbolisch der gleiche.

Am meisten überrascht die Deutung des Kreuzes als Mutter. Maria, die Jungfrau, klagt am Kreuz, verflucht es und versucht mit dem Kreuz in Kontakt zu treten. Letztendlich kommt Frauenlob zu dem Schluß, dass das Kreuz mit Maria gleichzusetzen sei, da er auch in diesem Kontext keine Erlösung ohne die Omnipräsenz von Fruchtbarkeit (Maria) erkannte.

In unserem Programm werden nicht nur Auszüge aus Frauenlobs Kreuzleich zu hören sein. Wir stellen sie ihn in den Kontext der Stadt Jerusalem: die Stadt an der Jesus am Palmsonntag auf einem Esel einzog, die Stadt, in der er ans Kreuz genagelt wurde und sein Leben für uns hingab, die Stadt die bis heute im Zentrum religiöser und nationaler Auseinandersetzungen steht.

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